KörperspracheIm Stress-Training äußern Menschen häufig den Wunsch nach konkreten Übungen. Was können sie im Büro zur schnellen Stressbewältigung tun? Welche genauen Maßnahmen können sie selbst jederzeit ergreifen, wenn der Stress sie überfällt?

Drei Übungen, die Sie weitergeben oder selbst einsetzen können, haben wir für Sie gesammelt.

Die Wahrnehmungslenkung ist ein zentraler Teil der Stressbewältigung. Dabei wird versucht, die Situation oder das Ereignis, das den Stress verursacht, für eine kurze Zeit auszublenden. Es soll Distanz geschaffen werden. Konkrete innere Bilder und neutrale oder positive Gedanken helfen Menschen, innere oder äußere Stressoren zu minimieren.  Der resultierende Effekt ist die Betrachtung des Stressauslösers aus einer anderen, entfernteren Perspektive. Aber wie kann die Wahrnehmungslenkung aktiv in den Alltag eingebaut werden? Drei Übungen können dazu dienen:

Visualisieren:

Beim Visualisieren nehmen Ihre Teilnehmer die Kutscherhaltung ein. Das bedeutet, sie sitzen auf einem Stuhl und stellen ihre Beine gemütlich auf den Boden. Dabei beugen sie sich nach vorn und stützen ihre Unterarme auf den Oberschenkeln ab. Der Kopf wird hängengelassen. Dabei schließen sie die Augen und atmen tief ein und aus.

Ihre Teilnehmer stellen sich nun eine Sekunde lang einen weißen Kreis auf einem schwarzen Hintergrund vor. Dieser sollte scharf gesehen werden. Anschließend wechseln sie zu einem gelben Dreieck, danach zu einem roten Viereck. Zum Abschluss sollen sie nur noch den schwarzen Hintergrund sehen. Ihre Teilnehmer zählen nun rückwärts von fünf bis null, ballen ihre Hände zur Faust und atmen aus. Nun öffnen sie ihre Hände und Augen.

Positive Selbstgespräche:

„Das schaffe ich doch nie“, „Ich packe das alles nicht“, sind typische Gedanken, die in Stresssituationen auftauchen. Positive Selbstgespräche sind eine Methode, um sich selbst positiv zu beeinflussen und aufbauende Gedanken zu stimulieren.

Negative  Selbstgespräche müssen dazu erkannt, die eigenen Gedanken müssen aktiv ‚beobachtet‘ werden. Die Umwandlung negativer Gedanken in positive wirkt sich dabei auf die Einstellungen und Bewertungen eines Menschen aus. Gelingt es, konsequent Sätze, wie  „Ich verliere immer“ oder „Das konnte ich noch nie“ durch „Ich habe oft verloren, aber jetzt habe ich aus meinen Fehlern gelernt“ zu ersetzen, lernen ihre Teilnehmer, sich selbst aufzumuntern. Unangenehmen Situationen können besser angegangen werden. Die eigene Gedankenkontrolle erfordert jedoch Übung. Eine weitere hilfreiche Übung dazu ist der Gedanken-Stopp.

Gedanken-Stopp:

Mit dieser Übung lernen Ihre Teilnehmer effektiv negative und stressende Gedanken für kurze Zeit auszuschalten. Schon bei der Entstehung eines unerwünschten, negativen Gedankens sollten sie dazu das Wort „Stopp“ sagen – am besten laut. Danach suchen sie aktiv Ablenkung, die dabei hilft, neutrale oder positive Gedanken zu finden. Je früher es gelingt, die eigenen Gedanken auf einen anderen Bereich zu lenken, umso früher können Ihre Teilnehmer verhindern, sich in einer negativen Vorstellung festzufahren und dabei die Kontrolle über die eigenen Gedanken zu verlieren, sich innerlich selbst zu stressen.